Schlauheit - Verwunderung

»Der Anfang aller Weisheit ist die Verwunderung«. ~ Aristoteles ~

»Verkaufe deine Schlauheit und kaufe dafür Verwunderung«. ~ Rumi ~

Unter diesem Motto, steht die aktuelle Drachenpost. Verwundert dich das?

Diese Drachenpost ist aus einer spontanen Situation geboren. Wir werden erleben, welchen Weg sie beschreiten wird, berührt sie, ist sie sinnlos und nutzlos, wird sie verwundern?

Alle klagen darüber, so beschäftigt zu sein, dass sie gar keine Zeit mehr haben. Warum aber sind sie so beschäftigt? Es sind bloß ihre Illusionen, die sie beschäftigt halten. Wer Zazen (Meditation) übt, hat dagegen Zeit. Wer Zazen (Meditation) übt, muss versuchen, mehr Zeit zu haben als jeder andere.

~ Kodo Sawaki ~

Brigitte kam zu mir und meinte, »Du, Wolfgang, hör mal«, dieser Gedankengang gefällt mir. »Verkaufe deine Schlauheit und kaufe dafür Verwunderung«. »Aha, interessant. Nur was soll ich damit anfangen«? Daraufhin begann ich mich mit diesem Gedankengang zu beschäftigen und er verhalf mir im Laufe einiger Tage zu einem leichteren Annehmen, der mir unerklärlichen, unangenehmen Geschehnisse. Je mehr »Schlauheit« ich ablege, umso freier fühle ich mich.

Die Idee dieser Drachenpost ist es, diesen Gedankengang ein wenig vorzustellen und unter dem Aspekt der Selbsterkenntnis, welche ja einer Selbstheilung gleichkommt, in sich arbeiten zu lassen.

Ändere, deine Gedanken und du wirst die Bedingungen, in denen du lebst, ändern. Da nur du allein für deine Gedanken verantwortlich bist, so kannst nur du allein sie ändern.

~ Paramahansa Yogananda ~

Was könnte mit dem Begriff Schlauheit in der Umgangssprache gemeint sein?

Erkenntnis erlangt man durch dauerhaftes Streben, nicht aber durch flatterhaftes Studieren und Vielwisserei.

~ Shankara ~

Schauen wir uns das Wort »Schlauheit« am besten aus der Sicht der Umgangsprachlichkeit an. Ich habe mich da ein bisschen "schlaugemacht" und sammelte einige Verwendungsformen. Es erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Schlauheit lebt ein Leben zwischen der Intelligenz und der Klugheit. Somit ist sie mit beiden verbandelt. Die Schlauheit ist auch ein Synonym dieser Begriffe.

Intelligenz:

Wenn wir die Intelligenz als das sehen, was uns mit in die Wiege gegeben wurde, die Fähigkeit (von lat. inter "zwischen" und legere "lesen, wählen") Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten, zu vernetzen ganz allgemein, können wir es auch als die Fähigkeit des Denkens bezeichnen.

Schlauheit:

»Schlauheit ist der Missbrauch der Intelligenz zum eigenen Vorteil«. Klar, zuweilen wird der Begriff auch verwendet, wenn wir etwas Sinnvolles, Kluges gesagt oder getan haben. Die Betonung ist für das Verständnis wichtig. »Na, du bist mir aber ein ganz Schlauer«. Schlau wird häufig für durchtrieben, listig, schlitzohrig verwendet. Wir können eine List austüfteln, und ehe wir uns versehen, fallen wir auf die eigene List herein. »Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein«. Der Besserwisser lebt in seiner Schlauheit. Dieser Mensch kann alles erklären, der weiß über »alles Bescheid«. Im Norden Deutschland gibt es den Begriff vom »Schlaumeier« oder der »Klugscheißer«. Wenn im Hirn sich so ein Schlaumeier eingenistet hat, der sich überall einmischt, macht es Freude ihn mal Ausgang zu verschaffen. Mein Meister sagte gerne dazu: »Ein ungebetener Gast, zieht sich schnell zurück«

Klugheit:

Die »Klugheit« wiederum gilt als etwas Erlerntes, mittels Ausbildung und Lebenserfahrung.

»Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger«.

~ Kurt Tucholsky ~

Wieso sollte ich die Schlauheit verkaufen? Wieso kann mir die Schlauheit gefährlich werden?

Wenn man sich verdutzt die Augen reibt, liegt es oft daran, dass man vorher den Kopf in den Sand steckte.

~ Karl Heinz Karius ~

Eine meiner Beobachtungen in dieser Hinsicht ist, ich kann durch meine Schlauheit meine Ideale verlieren. Einige meiner Ideale sind für den Verstand, für den listigen, schlauen Verstand, nicht zu erklären. Genau genommen findet die Schlauheit sogar sofort Argumente dagegen. Zum Beispiel hat mein Meister nie für Geld gearbeitet und baute trotz dessen eine weltumspannende Organisation auf. Er hatte viele Autos, unternahm viele Reisen und die Organisation besaß wunderbare Grundstücke und Häuser. Sein Geschäftsmotto, mein Ideal: "Arbeite für das Höchste, ohne nach den Früchten der Taten zu trachten". Er tat es mit »Freien Lektionen« (Free Lecture) ohne eine Gebühr zu erheben? Das wirkt nicht schlau. Doch es funktionierte! Mit Geschenken und Spenden lief und läuft es. Das verwundert mich!

Wie bei einer Behandlung. Alles geben, 100%, davon ausgehen, dass eine Heilung möglich ist, danach zurücktreten, loslassen, und beobachten was und wie die Heilung geschieht. Letztendlich besitzen wir keinen direkten Einfluss, wann und wie eine Heilung passiert.

Alles, was wir tun, ist umsonst. Alles, was wir bekommen, ist umsonst. Der Regen fällt umsonst, die Sonne strahlt umsonst. Die Sonne schickt uns keine Rechnung für ihre »Solarenergie«. Was ist da schon dabei, dass wir nichts in den Tod mitnehmen können? Die Rechnung ist beglichen, fertig, aus! Was ist schon groß dabei, wenn du am Ende wie ein Köter am Straßenrand stirbst? Ich habe mein ganzes Leben mit der Absicht gelebt, schließlich wie ein Köter zu verrecken. Ich habe mein ganzes Leben an Zazen (Mediation) verschwendet. Alle versuchen dem Menschenleben noch etwas hinzuzufügen - darin liegt ihr Irrtum.

~ Kodo Sawaki ~

Was ist daran schlau? Alles zu geben, zurück zutreten und nichts zu erwarten!? Das wurde mir in meinen Schulen und in meiner Familie nicht beigebracht. Genau genommen das Gegenteil: Sei schlau und lass andere für dich arbeiten. "Such dir vor allem eine Stelle, wo du viel verdienst"; nur wer bezahlt wird, wird angemessen behandelt. Interessant zu beobachten: Jene, die ohne Erwartungen ihre Handlungen ausführen, sind in ihrem Frieden. Die Taten der Anderen können nicht im Widerspruch zu Erwartungen stehen, da sie ja keine haben. Wie gut das funktioniert. Das verwundert mich.

Alle Pflichten, die man unter der eisernen Rute materieller Wünsche und Anhänglichkeiten erfüllt, erzeugen Leid; doch wenn man sie als eine Art Liebhaberei betreibt, ohne bestimmte Ergebnisse zu erhoffen oder zu befürchten, bleibt der Anreiz bestehen und verschafft reines Vergnügen.

~ Paramahansa Yogananda ~

Kurzfassung:

Das heißt für mich unter anderem: Lasse die Sucht‚ alles erklären und vergleichen zu wollen weg und sei vertrauensvoll erstaunt, was in der Gesamtheit im Leben passiert.

Ja, natürlich nutze ich meinen Verstand, meinen Intellekt, um Aktionen durchzuführen. Doch die Verwunderung gibt mir Kraft, die nicht wirklich nachvollziehbaren Gegebenheiten und auftauchenden Umstände überhaupt wahrzunehmen und anzunehmen.

Lernen aus der Verwunderung und der Schlauheit

Erhoffst du Erfüllung von anderen, wirst du nie wahre Fülle erlangen.

~ Laotse ~

Es heißt, dass das Lernen welches aus dem Erstaunen, aus der Verwunderung stattfindet, von innen heraus (intrinsisch) geschieht. Es strebt das innere Gleichgewicht an. Es ist ein Bestreben, ein Lernen um seiner selbst willen. Ich tue es, weil es mir eben Freude bereitet. Die Glücklichen und die Menschen, die in ihrer Erfüllung erfolgreich sind, handeln auf Basis dieses geistigen Fundamentes.

Der Schlaue erbringt seine Leistungen aus äußeren Gründen (extrinsisch), weil er sich irgendwelche Vorteile verspricht oder Nachteile vermeiden will.

Wenn wir so erzogen wurden, dass wir nur für eine Belohnung oder Entlohnung arbeiten - also durch äußere Anreize - besteht die Gefahr, dass die »Selbstmotivierungsfunktion« gänzlich verschwindet. „Hey, was bekomme ich dafür“? „Was bringt mir das“? Bei derartigen Arbeiten sinkt die innere Anteilnahme, die innere Begeisterung. Es wird davon gesprochen, dass die Selbstbestimmung darunter leidet oder sogar gänzlich verschwindet. Das Gefühl der Freude an der reinen Tätigkeit wird nicht mehr aktiviert. Dadurch entsteht ein Arbeitsgefühl, welches während der Arbeit mit Anstrengung, Anspannung und Lustlosigkeit einhergeht. Es gibt - wenn überhaupt - nur kurzfristige Freude; wenn der Lohn, die Belohnung ausgezahlt wird. Das ist ein kurzes Vergnügen, eine »Quickie-Freude«, die immer wieder neu zu erarbeiten ist.

In der Psychotherapie wird von einem »Korrumpierungseffekt« gesprochen. Eine übermäßige Rechtfertigung seiner Taten. Es entsteht eine gestörte Selbstwahrnehmung. Der Mensch korrumpiert, betrügt sich selbst um die Freude bei der Tätigkeit. Weil er ja so „schlau“ ist und genau weiß, dass er für die Belohnung arbeitet. Die Schlauheit hat die eigene Falle gebaut. In dieser Falle nehmen viele Personen eine Arbeit an, nicht weil sie, sie sinnvoll finden oder sie anderen Menschen gar hilft, nein, es geht um die Belohnung! Je größer die Belohnung, umso mehr wird sich selbst korrumpiert.

Es kann über das innere schlaue, listige Zwiegespräch so weit gehen, dass wir in uns einen eigenen Gegner erzeugen, der einen ständigen Druck ausübt. Getrieben vom Ehrgeiz, vom höheren Gewinn, von einer äußeren Anerkennung lebt ein Feind in uns und macht uns das Leben schwer. Wie heißt es so treffend: »Vermeide jegliche Konfrontation, vor allem mit dir selbst. Sei deine beste Freundin. Sei dein bester Freund«.

Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts seinen Reichtümern hinzu sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.

~ Epikur von Samos, gr. Philosoph, 341-271 v.Chr. ~

Verkaufe deine Schlauheit, kaufe Verwunderung

Dieses Kaufen ist ein Vorgang, zu dem wir kein Geld benötigen. Ich investiere bewusst Veränderung und spüre Verwunderung über all das, was sich realisiert. Egal in welcher Realität. Dafür bewundere ich jede/n. Wenn er/sie verwundert bemerkt, was das Leben bereithält. Erscheint alles im Leben erklärbar, verlieren wir die Verwunderung. Somit geraten wir durch unsere stets aktive Gedankenmaschine an den Rand des „nicht mehr Verstehens“, des „Durchdrehens“, letztendlich auch der Depression. Jedes Leben ist begleitet von unfassbarem Glück und Leid, von unerklärlichen Wandlungen. Die Schlauheit des Hochmutes, zu denken das Leben zu verstehen, verpasst die Gelegenheit, die Kraft der Demut und der Verwunderung es zu schätzen und zu nutzen.

Dieses Gut »Verwunderung«, besitzen wir in der Akademie in Ruhpolding im Überfluss. Du gleichfalls!? Am Wundergraben kannst du Verwunderung »kaufen«. Unser Fundament besteht aus den selbst gemachten Erfahrungen und dem geistigen Know-how (gewusst wie).

Persönliches Fazit: Lebe ich meine Ideale, handle ich aus meinen inneren Impulsen, bin ich im »glücklichen Augenblick« und ernte meinen »Gewinn« jederzeit. Was aus den Handlungen entsteht, nehme ich mit Verwunderung an und gehe weiter. Das ist allemal eine breite Basis für Gesundheit im weitläufigen Sinne.

Die Dämonen für Dämonen zu halten, das ist eine Gefahr.

Sie als leer zu erkennen, das ist der Weg.

Sie zu begreifen als das, was sie sind, das ist die Befreiung.

Sie als Vater und Mutter zu erkennen, das ist ihr Ende.

Wenn wir sie als Schöpfungen des Geistes gelten lassen, dann verwandeln sie sich in Ausschmückungen.

Wissen wir derart damit umzugehen, dann ist das Ganze befreit.

~ Milarepa ~

In absehbarer Zeit werde ich die erste freie Lektion in der Akademie der Heilkunst anbieten. Lass dich überraschen! Oder verwundern?

In der Akademie bieten wir einige Kurse an, die viele verwundern. Sofern ihr lange nicht mehr da gewesen seid, kommt gerne her und nutzt das Wunder der Verwunderung am Wundergraben.

Du staunst, weil ein anderer etwas tut, was dir unbegreiflich ist? Wer weiß, ob du nicht heute noch etwas tust, das dir selbst unbegreiflich sein wird.

~ Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach ~

In liebe

Wolfgang

Klara

Als ich hörte, dass wir Hausbewohner der Akademie der Heilkunst etwas schreiben sollten, etwas das uns in diesem Haus am meisten bewegt hat, da ist mir das Herz in die Hose gerutscht. „Ich und schreiben“ so dachte ich „dass können andere besser“! Also, wenn du dich auf ein Abenteuer einlassen willst, dann lese weiter.

Es sind schon viele Wunder passiert „am Wundergraben“. Aber das größte Wunder für mich ist, dass ich in vielen Dingen des Alltags, die früher eine Belastung waren, viel Erleichterung erfahren habe. Wie es dazu kam? Weil ich meine Einstellung geändert habe; keine Erwartung und keine genaue Vorstellung habe, wie sich die Dinge in die Realität setzen sollen. Hauptsache, es erfüllt sich, was ich mir erträume ;-).

Meine Erkenntnis in diesem Haus ist, dass es aus dem Geist erschaffen wurde. (Wir haben keine Million auf der Bank gehabt) es ist durch unseren Wunsch entstanden, durch viele Menschen, die die gleiche Vision hatten - für mich ist es ein Wunder. Und so setzt es sich fort. In diesem Haus kann ich nur leben, wenn ich geistig an mir arbeite. Das ist meine Bestimmung und meine Pflicht. Eine Pflicht, die ich mir selbst auferlegt habe vor dem großen Geist.

Am Anfang habe ich versucht, es allen recht zu machen. Alle im Haus sollten glücklich sein! Gemäß dem Leitsatz „Klara ist nur dann glücklich, wenn alle anderen glücklich sind“. NOOOO ;-) ich sage euch, das ist UNMÖGLICH! Aber bis ich zu dieser Erkenntnis kam, sind viele Tage vergangen. Viele Anspannungen, Verletzungen, Überarbeitung - bis ich nicht mehr konnte - und loszulassen hatte. Ich beobachtete mich selbst wie eine Fremde; ich fragte mich: »Wofür das alles?« „Liebe Klara“, so sprach ich zu mir: „Wenn der große Geist dich ruft“. „Deine Kinder kannst du nicht mitnehmen, deinen Mann kannst du nicht mitnehmen, das Haus kannst du nicht mitnehmen... aber was du mitnehmen kannst, dass sind die Erfahrungen, die Erkenntnisse, die du in Liebe umwandeln kannst!“

Wenn ich in der Lage bin, meinen Alltag nicht so ernst zu nehmen und spielerischer damit umzugehen, so erkannte ich, nicht beleidigt zu sein, mir das Ganze anzuschauen, wie einen Film in dem ich jetzt selber die Regie führe. Natürlich gibt es schon ein Drehbuch, welches ich erst ergründen muss, die Dinge, die ich mitgebracht habe. Einige sagen Schicksal dazu. Alle anderen Menschen sind Statisten, die mir täglich etwas spiegeln, Situationen in denen ich lernen kann. Wow, das ist es!! Es passieren nun mal Dinge, die nicht so angenehm sind, so wie im Film. Aber mich darüber ärgern? Immer beleidigt sein? NOO!!

Ich schaue mir sehr gerne gute Filme an. Am Anfang haben sie stets eine kurze Einführung, dann ein Drama, und viele haben sogar ein Happy End. (Aber das Ganze in 80 Minuten). So ist das Leben nicht. Es dauert immer ein wenig länger.

Vielleicht haben es einige von euch mitbekommen, dass Robin Williams sich das Leben genommen hat. Er war einer meiner Lieblingsschauspieler. Er hat in seinen Filmen sehr viel Tiefe gehabt. Z.B. in dem Film „Hinter dem Horizont“. Die Essenz seiner Filme hat vieles in mir bewegt. Er hat als Schauspieler so vieles gewusst. Und dennoch entschloss er sich, seinem jetzigen Leben ein Ende zu machen. Er wurde in einem Interview gefragt, warum er Depressionen hat. Er hat nur drauf geantwortet: „Es ist manchmal ein einziges - GRRRRR“. Kennen wir alle, nicht wahr?

Darum; wir wissen so viel. Unser Verstand kann alles erklären; er erklärt alles und trotzdem ist es manchmal ein einziges GRRRR. Wir führen stets mit uns selbst einen „Monolog“. Wir fragen, und der Verstand antwortet. Der Verstand, der geprägt ist von unserer Erziehung und den Prägungen der Umwelt. Also habe ich mir gesagt: „Jetzt nutze ich meinen Verstand für mein Wohlbefinden“. Ich fragte mich: „Wann bin ich glücklich und zufrieden?“ Wenn ich innerlich lachen kann, Vertrauen haben kann, selbst dann, wenn alles um mich herum durcheinander ist.

Also „lieber Verstand“: „Ich brauche dich dafür, dass ich nicht über eine rote Ampel laufe. Damit mich kein Auto überfährt“. „Oder ich brauche dich dafür, dass ich die Rechnungen für die Übernachtungen richtig ausstellen kann“. (Was ich sehr gerne mache).

„Dafür bin ich dir dankbar!“ „Aber wenn du meine Gedanken im Kopf kreisen lässt wie ein Hamster im Rad, dann, wenn ich Probleme habe, da bist du kein guter Ratgeber.“ „Lass uns also zusammen in die Ruhe gehen, lass uns meditieren. Ich beobachte dich und das, was du mir alles zu sagen hast. Wie in einem Film!“ Es gelingt mir nicht immer, aber immer öfter. Wenn sie da sind, die Gedanken, sind es am Anfang viele. Sie strengen mich sogar körperlich an. Nach einiger Zeit kommt es mir so vor, dass die Gedanken hinter einer Tür rumquatschen; gedämpfter, aber sie quatschen. Und sie wollen meine Aufmerksamkeit. Wenn die Ruhe mehr wird und die Gedanken ganz leise sind, wenn ich dieses Einssein mit mir selbst fühle, dann bin ich zufrieden. Und dann bin ich bereit für „Wunder“.

Mein kleiner Enkel Till, er steht morgens auf, reibt sich die Augen und los geht’s: „Abenteuer Tag“ und wenn er dann hinfällt und sich weh tut, dann weint er so lange, bis der Schmerz nachlässt. Wir „schlauen Erwachsenen“ wir machen es anders. Wir könnten ja hinfallen, nicht wahr? Also haben wir vorher Angst und wir machen uns sogar noch Sorgen, nachdem der Schmerz nachgelassen hat.

Till nicht! Er ist total in der Gegenwart. Und er bekommt alles, was er braucht! Aber nicht alles, was er will. Jaaa, so will ich auch leben!!! Die jungen Stones haben es schon gewusst:

You can‘t always get what you want (Du kannst nicht alles bekommen, was du willst)

But if you try, sometimes you find (Aber wenn du es versuchst, findest du es irgendwann)

You get what you need (Du bekommst, was du brauchst).

In der Gegenwart und in meinem Film, den ich ja selber in irgendwelchen Leben zurechtgedacht habe, soll es immer ein Happy End geben, und zwar täglich.

Hier am Wundergraben ist es möglich geworden für mich. Und dafür bin ich unendlich dankbar. Morgens reibe ich mir die Augen, setzte mich hin zum Meditieren, dann komme ich aus meinem Zimmer, hinunter zu den Menschen die hier wohnen - manche für länger, und manche nur für eine Nacht - ich schaue sie an, höre Ihnen zu, und wenn ich entspannt genug bin, sehe ich das Geschenk, das jeder für mich hat. Eine Antwort, die mir den Tag versüßt oder eine Handlung, die mir das Leben leichter macht.

Auch die Menschen, die mich emotional fordern sind ein Geschenk. Ich lerne zuzuschauen, wie es mich bewegt, wie es mich zuweilen sogar verletzt, wenn sie etwas sagen oder tun. So fasste ich den Entschluss: Ich will kein Sklave mehr sein, keine Marionette mehr, von Menschen, die es nicht einmal böse meinen. Ich erkannte: Ich selbst mache es in meinem Film zu einem Drama. NOOOO ;-) das möchte ich nicht mehr. Auch wenn mir jemand weh tut, versuche ich nun ganz klar bei mir zu bleiben. Ich halte aber auch nicht mehr die rechte Backe hin, (auch ein neu gefasster Entschluss ;-). Wenn es weh tut, trete ich nun einen Schritt zurück und beobachte weiter.

Und siehe da, mancher Schmerz lässt nach und ich bekomme Erkenntnisse, die mich zufrieden stellen. Das Leben ist zu einem Abenteuer geworden, seit mein Verstand nicht mehr die „Hauptrolle“ spielt. Und auch wenn ich am Abend wunderbar erschöpft ins Bett sinke, möchte ich am nächsten Tag um nichts in der Welt, in einem anderen Leben aufwachen. Ich liebe mein Leben!

Und schon wieder ein Wunder, du hast dir diesen Text durchgelesen. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Ich freue mich auf die nächste Begegnung mit dir! Mal sehen in welcher Realität?

Für mich Realität Liebe.

Klara

Mirjam

Dieses Haus begleitet mich, seit nun mehr fast sechs Jahren durch die verschiedenen Gefühls- und Lebenslagen. Was ich hier erlebe, hätte ich mir im Traum nicht gedacht.

Es ist für mich zu einem reellen Traum geworden, genauso zu leben und zu arbeiten - eindeutig, das will ich!!

So liegt es, in meiner inneren Überzeugung, dass es auch das ist, was mich antreibt und mir die täglich Kraft gibt! Zu meditieren- zu leben, sowie es mir entspricht und im Zusammenspiel mit allen Hausbewohnern, Gästen und Patienten immer reicher an Erfahrungen zu werden.

Die Freude wächst im Haus für mich stetig an. Denn dieses Haus gibt mir die Kraft an Wunder zu glauben, weil ich gerade mit diesem beschenkt werde. Insbesondere weil Boris, den Mann den ich sehr Liebe, zu uns ins Haus gezogen ist und er sich auf dieses Abenteuer einlässt, mit mir und allen Menschen die hier Leben! Das Sari bei uns ist und mir als Schwester im Geiste viel Kraft schenkt! Meine Blutsfamilie mir halt gibt, in jeder noch so schwierigen Situation!

Das Gefühl komplett und angekommen zu sein, macht sich immer mehr breit! Das ist unbeschreiblich schön!

Ich danke Allen die dieses möglich gemacht haben und es immer noch tun!!

Das Haus wird gefüllt mit Liebe, Freude und Arbeit- durch euch!

Danke!

Mirjam

Sari

Das erste Mal, als ich das Haus am Wundergraben betrat, war es genauso, wie es immer noch ist. Wenn ich über die Türschwelle trete - ist es wie eine Umarmung des Hauses, um mich willkommen zu heißen. Die Energie des Hauses in Lauterbach ist hierher mitgenommen worden und wird hier von den Hausbewohnern getragen. Die Energie und Kraft, in die ich mich vor mehr als neun Jahren verliebt hatte, darf sich hier entfalten und wachsen. Genauso wie die Menschen die hier wohnen, auch die unendlichen Möglichkeiten besitzen, ihr Potential hier zu entfalten. Gäste und Kursteilnehmer erzählen mir so oft Ähnliches. Das Haus, die Akademie, hat etwas Zauberhaftes und Wunderbares in sich, und kein Besucher bleibt von dieser Magie unberührt.

Die Stille des Hauses tut mir gut, beruhigt den ruhelosen Geist, flüstert mir zu: »Hey, es gibt doch noch Plätze, wo ich einfach, ich sein kann, wo das Herz aufatmen kann und die Seele Ruhe findet.«

Im Moment ist das Haus auch mein Zuhause als Saham-Schülerin/praktizierende, ein idealer Platz um meinen Weg weiter zu gehen. Zum Wohlfühlen, zum Lernen und zum Lehren, zum Behandeln und behandelt werden. Zum Ruhen und zum aktiv sein. Hier kann ich neue Projekte ins Leben rufen, Ideen und Träume verwirklichen. Hier habe ich Zeit und Raum zum Arbeiten, arbeiten in und am Haus, aber am meisten an mir selbst.

Es ist für mich, die gerne tut und macht und arbeitet, auch eine Herausforderung einmal nicht zu arbeiten im herkömmlichen Sinne. Arbeiten ja, aber in Stille an meinen inneren Baustellen. Eine lehrreiche Zeit, nicht immer einfach und angenehm in mir drinnen - alten Müll aufräumen, wer mag das schon. Aber trotzdem immer wunderbar.

Ja, Wunder passieren, hier im Haus und vor allem in mir, wenn ich mir nur die Zeit nehme, um still zu sein und zu beobachten, zu spüren und wahrzunehmen. Hier kann ich das machen, hier darf ich an Wunder glauben, so wie jede andere auch die hierher kommen.

Ich bin dankbar für alles, was in meinem Leben bisher passiert ist und mich wundersamer weise zum Wundergraben geführt hat.

Wunderschöne Zeit wünsche ich dir,

Sari

Wanja

Das Leben im Gästehaus „Fliegender Drache“ am Wundergraben.

„Verkaufe deine Schlauheit und kaufe dafür Verwunderung“ ja ein wenig habe ich mich anfangs auch gewundert. Ich war mir gar nicht so sicher, ob es so schlau von mir war mich in Ruhpolding am Wundergraben auf das Abenteuer Familienunternehmen einzulassen. Ich war viel auf Achse, reiste viel herum und genoss mittlerweile auch das Stadtleben, kurzum ich hatte das Reisefieber. Daher hatte, weder auf das Land zu ziehen noch sich auf nur einen einzigen Ort einzulassen, für mich viel mit Schlauheit zu tun. Vielleicht war dies eine der ersten wirklichen Bauchentscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe, wo mein Verstand permanent an den Hinterkopf hämmerte, (reisen, frei sein, Unabhängigkeit, auf gar keinen Fall zur Familie, laufen...) aber zu meiner Verwunderung habe ich mich an keinem Platz auf diesem Planeten so wohl gefühlt wie es hier am Wundergraben in Ruhpolding in den wunderschönen Chiemgauer Alpen, auch im Rahmen meiner herzlichst liebevollen Familie, der Fall ist.

Jetzt lebe ich in einem Haus, mit vielen Räumen, Fenstern und Türen. Egal wo man sich wann in diesem wundervollen Gebäude befindet, entsteht eine eigene Atmosphäre. Wie ein „großes Hotel“ eben. Alles zur gleichen Zeit: In dem einen Zimmer wird mit der Familie gelacht, in dem nächsten glühen die Köpfe zu wichtigen Vertragsabschlüssen, in einem weiteren Zimmer, gehen Menschen durch ihre größten persönlichen Krisen, in einem weiteren Zimmer entsteht gerade ein neuer Bestseller vom Verlag der Heilung und in dem nächsten wird die „Hochzeitsnacht“ zelebriert. So ist es bei uns. Und „täglich grüßt das Murmeltier“ ist für die Einwohner der Akademie wohl nur ein Filmtitel und hat nichts mit dem abwechslungsreichen und jeden Tag neuen Aufgaben (Herausforderungen), und den Menschen hier im Haus zu tun. Also „Langeweile (alias ich bin zu blöd mit meiner eigenen Zeit etwas anzufangen)“ ist auch so ein Wort, welches seit 2009 eher zu einem Fremdwort in meinem Sprachgebrauch aus der Vergangenheit geworden ist. Ein jeder lebt hier in seiner eigenen Welt und bringt auch seine eigenen Weltansichten, eben auch als Gast mit ins Haus. So passiert zu meiner Verwunderung immer wieder etwas Neues, aber eben auch zum Teil unfassbares und vor allem unbeeinflussbares. Zu meiner Verwunderung jedoch meist in Harmonie. So passierte es mir zum Beispiel einmal, dass ich das Haus bei einem Hotelvermittlungspartner von den Verfügbarkeiten der Zimmer nicht „offline” stellte, während wir einen Meditationskurs im Haus hatten. So kam es, dass auch „Urlaubsgäste“ mit einer ganz anderen Ausrichtung zu selben Zeit bei uns beherbergt wurden. Die Tagesaktivitäten und die Ausrichtung, also auf der einen Seite, die Ruhe, innere Kraft tanken und auf der anderen Seite, saufen, planschen und lange schlafen in erster Linie nicht viel gemein haben. Es gab schon viel brisantere Kombinationen hier im Haus, die zwar theoretisch, also laut meinem „schlauen Kopf“ nicht funktionieren hätten können dürfen, aber zu meiner Verwunderung sehr im Gleichgewicht in der Realität abliefen.

So fühlt sich das gesamte Gästehaus „Fliegender Drache“ alias Akademie der Heilkunst viel mehr wie ein riesen großes Schiff an, als wie ein normales Gebäude. Die einzige Konstante ist die stetige Veränderung. Du weißt ja: „Leben ist Bewegung, Bewegung heißt Veränderung, nur wer bereit ist sich zu verändern, kann auch etwas bewegen.” Und so fühlt es sich an. Egal, in welchem Tempo es vorangeht, mit welchen Herausforderungen einem die Umwelt konfrontiert, es geht zu meiner Verwunderung ständig weiter. Also sei herzlichst eingeladen und besuche uns im »Fliegenden Drachen«. Der Eingangsbereich mit dem offenen Kamin ist mehr ein Wohnzimmer, als eine Lobby. Auch das Wohnen hier bei uns am Wundergraben ist mehr ein Familien- und Freundesbesuch, als ein Aufenthalt in einem Hotel oder einem Gesundheitszentrum.

Auch wenn es da den Anpimomai® - Therapeuten der Akademie der Heilkunst eventuell anders ergeht, bin ich doch immer mal wieder verwundert über die verschiedenen Heilungserfolge, die bei starken und auch chronischen Krankheiten, möglich sind. Und auch in extremen Fällen, wo das Sterben nicht verhindert werden kann (betrifft uns genau genommen ja alle, denn keiner von uns kommt hier lebend raus), so kann die Zeit des „Lebens“ schmerzfreier und auch viel angenehmer sein. Egal wie viele Tage wir noch auf diesem Planeten verbringen dürfen.

Also völlig gleichgültig, mit welcher Ausrichtung du zu uns kommst, sie wird sich auf eine bestimmte Art und Weise erfüllen. Steige ein in das „Schiff“ der Akademie der Heilkunst ein und lass dich tragen, genieße die wohltuende heilende Energie und steige wieder an dem Hafen aus, wo es dir gut gefällt. Danach wird alles »Same same but different« sein ;-)

In diesem Sinne eine wunderschöne Zeit und herzlich willkommen bei der Familie Schröder, im »Fliegenden Drachen«, in Ruhpolding am Wundergraben.

Wanja

Witze und Zenweisheiten

»Welchen Wein können Sie mir für unsere Silberhochzeit empfehlen?« »Kommt darauf an, wollen Sie feiern, oder wollen Sie vergessen?«

Das Arschloch braucht sich nicht dafür zu schämen, das Arschloch zu sein. Die Füße haben keinen Grund, in den Streik zu treten, nur weil sie bloß Füße sind. Der Kopf ist nicht der Allerwichtigste. Und der Nabel braucht sich nicht einzubilden, der Vater aller Dinge zu sein. Da ist es komisch, dass die Leute den Herrn Premierminister für etwas ganz besonders Wichtiges halten. Denn die Nase kann die Augen so wenig ersetzen, wie der Mund für die Ohren einstehen kann. Alles hat seine eigene Identität, die unübertrefflich ist im ganzen Universum.

~ Kodo Sawaki ~

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